Sozialunternehmer oder Social Entrepreneurs

Oft werde ich gefragt, was sind eigentlich Sozialunternehmer? Strenggenommen sind Sozialunternehmer Unternehmer, die zuerst einmal wie jeder andere Unternehmer profitabel sein müssen. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, daß der Hauptgeschäftszweck eines Sozialunternehmers ist, ein gesellschaftliches Problem zu lösen. Ausserdem werden mindestens die Hälfte der Gewinne in das Unternehmen re-investiert und nicht an die Eigentümer ausgeschüttet. Oft kommen sogar alle Gewinne direkt oder indirekt der Zielgruppe zu gute. Wikipedia sagt: "Sozialunternehmen (Social Entrepreneurs) wollen soziale Probleme mit innovativen unternehmerischen Konzepten lösen. Sie versuchen, die gesellschaftlichen Bedingungen dafür, dass ein soziales Problem besteht, mit unternehmerischen Mitteln zu verändern. Dafür entwickeln sie Geschäftsmodelle, die sich finanziell selber tragen".

 

Es geht Social Entrepreneurs also nicht nur darum, profitabel zu sein, sondern mindestens genau so wichtig ist ihnen die Wirkung ihres Tuns. Diese Wirkung zu messen - dafür gibt es inzwischen sehr gute Instrumente. Alle Instrumente, die ein Sozialunternehmer braucht, um nachhaltig erfolgreich zu sein, lernt man im Ashoka Visionary Program. In dieses Executive Leadership Programm fliessen 35 Jahre Erfahrung von über 3.800 Sozialunternehmern weitweit ein, die alle einen systemverändernden und damit besonders nachhaltigen Ansatz haben. Einige von Ihnen durfte ich als Teilnehmerin des Programmes kennenlernen, mit ihnen gemeinsam lernen, von ihnen lernen und sie in meinem Fachgebiet Sales coachen. 

Sozialunternehmer gibt es schon lange. Der berühmteste Sozialunternehmer weltweit ist Muhammad Yunus, Nobelpreisträger und Gründer der Grameenbank, der Bank für Mikrokredite, die in Bangladesh der armen Bevölkerungsschicht erstmalig Zugang zu Krediten gab. In Deutschland ist das Thema noch recht jung, ungefähr 10 Jahre alt und der Begriff wurde erstmalig im letzten Koalitionsvertrag erwähnt. Das bekannteste Sozialunternehmen aus den Medien ist die Münchner Firma Auticon, viele weitere Beispiele findet man hier und hier. Sozialunternehmer brauchen eine Lobby, bessere Rahmenbedingungen, eigene Finanzinstrumente und einen größeren Bekanntheitsgrad - schliesslich lösen sie gesellschaftliche Probleme ohne von Spenden oder Fördermitteln zu leben - durch ein nachhaltiges Businessmodell. Dafür sorgt der Verein Social Enterpreneurschip Netzwerk Deuschland SEND e.V, dessen Gründungsmitglied und Mitinitiator der Regionalgruppe Bayern ich bin. 

Gerne bin ich als Global Member in den Impact Hubs dieser Welt unterwegs und halte im Impact Hub München Workshops, Trainings und Vorträge, so zum Beispiel beim Impact Festival 2018 zum Thema "New Work"